Willy Kuhweide bei der Warnemünder Woche

04. Juli 2005 - Eine sonnige Geduldsprobe auf dem Wasser hatten die Segler der Warnemünder Woche am Sonnabend und Sonntag zu bestehen. Ein Großteil der 15 Bootsklassen konnte zum Auftakt am ersten Tag erst mit Verspätung auf die Bahnen gehen, am Sonntag mussten sie im Tagesverlauf an Land pausieren. Gegen 15.30 Uhr ging es erneut auf das Wasser. Keine Verschnaufpause gab es am Sonntag für die 255 Starter des Laser Europa-Cups: Am Sonntag kehrten sie nach acht Stunden und zwei Wettfahrten in den Hafen zurück.

Regattaleiter Jahnke bedankt sich bei dem prominenten Helfer der Wettfahrtleitung, Willy Kuhweide (rechts) (Foto © Sören Klement)

Sichtlich viel Spaß trotz wenig Wind hatte der Kommodore des Deutschen

Challenger Yacht Clubs (DCYC), Willy Kuhweide, auf Bahn Echo. „Die Statuten

des Americas Cup, das sogenannte Deed of Gift, schreiben vor, dass man als

Herausforderer eine Hochseeregatta mit ausgeführt haben muss“, erklärt der

60-jährige am Rande seines Einsatzes in der Wettfahrtleitung. Da der DCYC

der meldende Club für das United Internet Team Germany zum 32. Americas Cup vor Valencia ist und erst vor wenigen Monaten gegründet wurde, muss nun die Erfahrung gesammelt und nachgewiesen werden. „Nächstes Jahr komme ich wieder“, versprach der Goldmedaillengewinner von 1964 im Finn und Bronzemedaillengewinner im Star von 1972 vor seiner Weiterreise in die

Schweiz.

 

Auch Yngling-Seglerin Ulrike Schümann (Berlin) war über die Windbedingungen nicht sauer: „Ich bin stark erkältet und dadurch geschwächt, jede Segelpause kommt mir ganz recht“, sagt die 38-Jährige, die nach drei Wettfahrten auf Rang drei liegt. Angeführt wird das Feld von Ruslana Taran aus der Ukraine (5 Pkt), zweite ist derzeit Sharon Ferris aus Neuseeland (9 Pkt). Bis zur Weltmeisterschaft der Yngling vom 16. bis 23. Juli auf dem Mondsee in Österreich hofft Schümann wieder fit zu sein.

 

Beim Laser Europa-Cup segelt ein Deutscher im Feld der 255 Starter aus 29

Nationen ganz vorne mit: Tobias Schadewaldt vom Norddeutschen Regattaverein konnte bereits zwei Wettfahrten für sich entscheiden. Lokalmatador Alexander Schlonski vom See- und Segelsportverein Rostock kehrte am Sonnabend aufgrund eines Fehlstarts früher als gewollt in den Hafen zurück. Auch am Sonntag lief es für den besten Deutschen der Kieler Woche (Platz 5) nicht optimal.

 

Hoffnungsvoll hingegen der Auftakt der Warnemünder Woche für den

Trainerkoordinator des Deutschen Segler-Verbandes, Dr. Malte Philipp.

Gemeinsam mit Torsten Imbeck und Ulrich Matthiesen entschied der Rostocker die ersten beiden Wettfahrten für sich und setzt sich in dem kleinen, aber leistungsstarken Starterfeld u. a. gegen den Sieger der Kieler Woche Dirk David durch. „Ich bin seit drei Jahren kaum gesegelt und liege jetzt überraschend vorn. Vielleicht war ich so lange raus und damit locker genug“, schätzt der Drachen-Weltmeister von 2001 ein.

 

Getrübte Sommerstimmung nur bei den 250 Seglern, die vom Yachthafen Hohe Düne aus starten: Sanitär- und Duschcontainer, Bauzäune und das

provisorische Regattabüro in der noch nicht fertig gestellten Bootshalle

sorgen für Unmut am Rande der Wettfahrten: „Es wäre schön gewesen, wenn

alles - wie angekündigt – fertig gewesen wäre im neuen Yachthafen. Auf einer

Baustelle kann man einfach keine internationale Segelsportveranstaltung

durchführen“, meint auch Regattaleiter Uwe Jahnke.

 

Seh-Tipp an Land: Der Start zur Langstreckenregatta Rund Bornholm im

Seekanal Höhe Mittelmole. In drei Gruppen starten am Montagvormittag die Teilnehmer der Langstreckenregatta Rund Bornholm. 62 Meldungen liegen vor, das längste Schiff ist 14 Meter lang, das kleinste nur 6,50. Nicht in der Wertung, aber auf Jagd nach dem Rekord geht der VOR 60 Racer MAC-AROSA (die Ex-Illbruck) um 11.15 Uhr auf den 270 Seemeilen-Kurs – 28 Stunden, 37 Minuten sind zu knacken.

Rekorde purzelten bei der 68. Warnemünder Woche nur so an Land: 2500 Aktive – so viele wie nie zuvor - nahmen am 4. Niegen Ümgang teil, 8000 Menschen verfolgten das Programm auf der Bühne am Leuchtturm. Höhepunkt des Kulturprogramms der Warnemünder Woche war das Waschzuberrennen, bei dem 15 Teams vor 10 000 Zuschauern Punkte für die beste Show, Geschicklichkeit und den schnellsten Sprint sammelten.

 

 

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