Stürmischer Start zur 8. Etappe

26. Mai 2002 - In der Nacht zu Sonntag gingen die Yachten des Volvo Ocean Race durch 3 bis 7 Meter hohe Atlantik-Wellen. An der Bord der Amer Sports One, die das Feld vor der "Illbruck" anführte, wurden 31 Knoten Wind gemessen: satte 7. Schon der Start in einer sehr unruhigen See vor La Rochelle bei 18 - 22 Knoten Südwest-Wind verlief stürmisch: Die schwedische "Assa Abloy" blieb mit dem (vier Meter tiefen ) Kiel im Tau der Starttonne hängen. Die "Illbruck", die mit dieser vorletzten Etappe nach Göteborg schon das gesamte Rennen um die Welt für sich entscheiden kann, liegt eine Meile zurück auf dem zweiten Platz. Für heute ist Sturm im Kanal angesagt.

Die Illbruck beim Start vor La Rochelle ( Foto © Rick Tomlinson / volvooceanrace.org)

Mit einem perfekten Start, unbedrängt und frei von Abwinden

der Gegner, ging die Leverkusener Hochseeyacht „illbruck“ am späten

Sonnabend Nachmittag in La Rochelle/ Frankreich auf die achte, rund 1000 Seemeilen lange Etappe des Volvo Ocean Race Round the World. Skipper John Kostecki hatte das 19,50 Meter lange Rennboot in der Mitte der Startlinie um Punkt 17 Uhr auf Speed gebracht und das Achter-Feld angeführt. Der härteste Verfolger in der Gesamtwertung, „Assa Abloy“ (Schweden), dagegen erlebte ein Desaster: Das Boot blieb mit dem Kiel in der Ankerleine der Starttonne hängen und musste von zwei Seglern über Bord im Wasser mühsam befreit werden. Die Frauen auf "Amer Sports Too" kamen an einer Wendemarke nicht vorbei und mussten die Tonnen noch einmal umkringeln. Am Ziel im schwedischen Göteborg werden die Schiffe am 30./ 31. Mai erwartet.

 

Vorhersage: Bis Stärke acht

 

Frischer bis starker West- bis Südwestwind um die 18 bis 22 Knoten (Stärke 6 ) sorgte gleich zu Beginn der vorletzten und vielleicht schon entscheidenden Etappe für spannende Manöver. An der Spitze entwickelte sich ein Dreikampf zwischen der „illbruck“, der „News Corp“ (Australien) und der „Amer Sports One“

(Finnland/Italien), die zumindest noch theoretische Chancen auf den

Gesamtsieg hat. Indes musste die „Assa Abloy“ rund sieben Minuten hinter

dem Feld die Verfolgung aufnehmen. Mit schmalen Vorsegeln und Überdruck im

Groß kreuzten die Yachten nach einer kurzen Halbwindstrecke zunächst hoch

am Wind an der französischen Atlantikküste entlang.

Für den frühen Sonntag Morgen waren bereits stürmische Böen bis Stärke acht vorhergesagt. Das verspricht einen harten Test für Mensch und Material. Während etliche Segler in den ersten zwei Tagen oft mit Seekrankheit zu kämpfen haben, ist die Spannung auf Rigg, Schoten und allen Beschlägen zum Zerreißen groß.

„Wir hoffen, das alles hält und die Jungs heil ankommen“, meinte illbruck

Challenge Chairman Michael Illbruck, der bei Start für eine halbe Stunde

mit an Bord war.

 

Nicht über den Sieg reden

 

Vom vorzeitigen Gesamtsieg redet allerdings noch niemand. Illbruck: „Daran

denken wir nicht. Das ist ein Tabu-Thema.“ Doch ist dem Team natürlich

bewusst, das ein Sieg gegen die „Assa Abloy“ den vorzeitigen Triumph

bedeuten würde. Acht Punkte Vorsprung nimmt das deutsche Boot auf die

fünftägige Etappe, genug für eine vorzeitige Entscheidung. Doch 30

Wendemarken, starke Gezeitenströmung und eine der verkehrsreichsten

Schiffszonen durch den Englischen Kanal liegen noch vor den Hochseesegler.

Die härteste Hochseeregatta der Welt geht dann mit der letzten Etappe am

9. Juni in Kiel an der Ostsee zuende.

 

Die Crew der „illbruck“ auf der achten Etappe:

 

Ed Adams (Taktiker), Stuart Bannatyne (Wachführer), Stu „Waffler” Bettany (Vorschiff), Mark “Crusty” Christensen (Wachführer), Richard Clarke und Ray “Hooray” Davies (Segeltrimmer/Steuermann), Dirk “Cheese” de Ridder (Segeltrimmer), Jamie Gale/Mast, Ross “Rosco” Halcrow (Segeltrimmer und Segelprogramm-Manager), Tony Kolb (Vorschiff) sowie Skipper John Kostecki und Navigator Juan Vila.

Gesamtstand nach sieben von neun Etappen:

1. illbruck (Leverkusen) 49 Punkte

 

2. Assa Abloy (Schweden) 41

 

3. Amer Sports One (Finnland/Italien) 36

 

4. News Corp (Australien) 34

 

5. Tyco (Bermudas) 33

 

6. SEB (Schweden) 26

 

7. djuice (Norwegen) 23

 

8. Amer Sports Too (Finnland/Italien) 10

 

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