Route der Härte

15. November 2002 - "Es gibt keine Worte, das zu beschreiben", funkte Thomas Coville vom Tri Sodebo - auch er musste aufgeben: Sein 18-Meter langer und 17,50 Meter breiter Trimaran wurde von jeder harten See des Atlantiks meterweit zur Seite geworfen. Die Flotte der Route du Rhum leidet unter dem ungewöhnlich harten Wetter und den gestörten Fronten – vielleicht ein Zeichen der Klimaveränderungen. Während Coville mit enem Loch im Rumpf nach Lissabon abreiten will, segelt bei den Open60s Einrumpfbooten die 26-jährige Ellen MacArthur an erster Stelle. Ihr Windmesser zeichnete 50 Knoten Wind auf – Stärke 10, schwerer Sturm. Bei diesen höllischen See-Bedingungen zwischen Portugal und den Azoren verständlich, das Tri-Skipper Bertrand de Broc bereits verkündet hatte, er werde das Einhandseglen aufgeben.Tri Sergio Tacchini wurde heute Morgen entmastet! Seglermagazin.de bringt Zitate aus Funkgesprächen der Skipper ...

Ellen MacArthur auf Kingfisher führt bei der Route du Rhum (Foto © kingfisherChallenges)

Aktualisiert: Heute morgen funkte Karine Fauconnier auf dem Tri Sergio Tacchini ein Notsignal über die Epirb-Boje (die automatisch Position und Kennung aussendet): Ihr Steuerbord-Ausleger riss bei 40 Knoten, darauf folgte sofort der Mastbruch. Fauconnier ist OK, sie klarte das Schiff mit den Mastresten auf. Sie stand etwa auf der Hälfte der Strecke zwischen den Azioren und Lissabon – von dort aus wurde mit einem Schiff sofort die Rettungsaktion eingeleitet.

 

Heute morgen musste auch Alain Gautier auf dem tri "Foncia" aufgeben – auch er berichtet, wie Coville, dass durch die brutalen Wellen Delaminationen im Achterschiff auftreten. Er wird Madeira anlaufen.

 

Fred Le Peutrec auf Bayer CropSciences gab kurz nach dem Neustart nach Rücksprache mit Sponsor und Werftchef auf – sein Tri ist in der struktur baugleich mit Foncia und Sergio Ttacchini, die Gefahr, das auch er Bruch erleidet ist groß.

 

Ellen MacArthur, Zweite im Einhand-Rennen um die Welt 2001, gestern 350 Seemeilen vor den Azoren auf Kingfisher über Funk: "der arme Bilou" (Jourdain, der nach Madeira muss) – "der Wind schlägt gerade rein – 40 Knoten – Jeeze.... 42 …44 … 48 …. 52 Knoten – ich muss gehen.(an Deck) Ich ruf zurück." Sie habe einige gute Fotos gemacht, meinte sie, aber das Boot werde so herumgeworfen, dass sie kaum eine Satelliten-Übertragung hinbekomme.

 

Der 71-jährige Route du Rhum-Veteran Mike Birch auf "Tir Groupé-Montres Yéma" liegt an 10. Stelle im Feld der Open 60s. Er ist müde von dem harten Wetter, funkte gestern: "Die leichte Wetterbesserung zurzeit hat mich eine Weile schlafen lassen und mich erholen lassen. Ich bin jetzt auf einem SW-Kurs und immer noch glücklich, im Rennen zu sein."

 

Meter zur Seite geworfen

 

Thomas Coville auf Sodebo hatte gerade bei 35 Knoten Wind an Bord fünf (5) Stunden lang die Segelatten im Groß repariert, als er funkte: das seien in den vergangenen Tagen "verrückt starke Wellen gewesen, es gibt keine Worte, das zu beschreiben. Wenn die Wellen das Boot trafen, wurde Sodebo etliche Meter zur Seite geworfen." Die "unglaublich brutalen Wellen" haben den vorderen Teil des Steuerbord-Rumpfes auf etwa 50 Zentimertern weich werden (delaminieren) lassen. Er musste den Kurs ändern, um den Aufprall der Wellen zu mildern. In der letzten Nacht habe er wieder keinen Schlaf bekommen.

 

Karine Fauconnier, die junge Segelrin auf dem neuen Tri "Sergio Tacchini", berichtete: "Ich bin endlich im Trocknen! Ich habe mich umgezogen und kann mich in einen trockenen Schlafsack legen! Ich hatte ständig 35 Knoten ... " Und sie konnte endlich, nach drei Tagen, etwas Warmes essen.... dann kam heute Morgen der Mastbruch.

 

Michel Desjoyeaux auf dem Tri "Géant" hat ein Steckschwert verloren und ein Ruderblatt. "es ist nicht soo schlimm – ich habe noch einen Mast und drei Rümpfe. Andere sind schlimmer dran. Anderersiets hatte ich schon ein paar Sorgen." Er will auf Madeira die Sachen reparieren mit einem Not-Ruderblatt von Bord.

 

21 der 58 Boote sind ausgeschieden – aber das ist noch nicht Rekord bei dieser Transatlantikregatta: 1986 fiel die Hälfte aller Konkurrenten aus ... Die Liste der Aufgaben:

 

Tri Sergio Tacchini (Karine Fauconnier) entmastet - Groupama (Franck Cammas) gekentert- Banque Covefi (Bertrand De Broc) beendet Solo-Segeln - Eure & Loir-Lorenove (Francis Joyon) gekentert- TIM (Giovanni Soldini) Strukturprobleme - Gitana X (Lionel Lemonchois) Masttop gebrochen -Frédéric Le Peutrec ( Bayer CropScience) - E-Sat/Tri Séléctif (Pascal Quintin) Electrical und andere Schäden - Chaleur Fioul Elan (Didier Le Villain) Electricprobleme - Apics A3S (Christophe Huchet); Kollision mit Frachter - La Rage de Vivre (Loïc Pochet) Kollision mit Frachter - VMI (Sébastien Josse) Dismasting - Temenos (Dominique Wavre) Kaputtes Vorsegel - Rexona Men (Yvan Bourgnon) gekentert - Virbac (Jean-Pierre Dick) Dismasting, auf dem Weg nach La Coruña - Fujifilm (Loïck Peyron) Damaged starboard float, Skipper mit Frachter zu den Azoren - Sopra Group (Philippe Monnet) gekentert - République Dominicaine Yannick Bestaven Kielprobleme - Groupe France Epargne Patrick Morvan Leck und electricprobleme - Hellomoto Conrad Humphreys entmastet - Sodebo Thomas Coville Struckturprobleme, delamination, auf dem weg nach Lisbon

 

Technical stopovers: Elie Canivenc Leasecom–imag : in Vigo - Défi Vendéen (Jean-François Durand), nach Sables d'Olonne für Reparaturen

 

Neu gestartet: Jean Luc Nélias (Belgacom ) in Port La Forêt - Jean Le Cam (Bonduelle) in Camaret neu gestartet – Restarted: Alain Grinda Fantasy Forest verliess Roscoff / Frankreich.

 

Die Positionen der Teilnehmer am 14. November abends:

 

Monohull 60’ORMA

 

1 - Marc Guillemot - Biscuits La Trinitaine-Ethypharm - 2618 Meilen zum Ziel

 

2 - Steve Ravussin - TechnoMarine – 2622 sm

 

3 - Lalou Roucayrol - Banque Populaire – 2728 sm

 

4 - Alain Gautier - Foncia - 2776 sm

 

5 – Karine Fauconnier - Sergio Tacchini - 2832 sm

 

6 - Michel Desjoyeaux - Géant - 2838 sm

 

7 - Jean Le Cam - Bonduelle - 3425 sm

 

8 - Jean - Luc Nélias - Belgacom - 3443 sm

 

9 - Frederic Le Peutrec - Bayer CropSciences – 3476 sm

 

Monohull 60’ IMOCA

 

1 - Ellen McArthur - Kingfisher – 2543 Meilen to finish

 

2 - Mike Golding - Ecover - 2549 sm

 

3 - Joé Seeten - Arcelor - Dunkerque - 2708 sm

 

4 - Roland Jourdain - Sill - 2754 sm

 

5 - Didier Munduteguy - 60ème Sud - 2771 sm

 

6 - Miranda Merron - Un Univers de Services - 2817 sm

 

7 - Antoine Koch - L'Heautontimoroumenos - 2858 sm

 

8e - Patrick Favre - Millimages - Gédéon - 2900 sm

 

8 - Patrick De Radiguès - Garnier Belgium – 2960 sm

 

9 – Frédéric Lescot - Dinan Pays d'Entreprises - 2970 sm

 

10 - Mike Birch - Tir Groupé-Montres Yéma – 3038 sm

 

11 - Georges Leblanc - Ciments St Laurent-Ocean –3149 sm

 

12 - Elie Canivenc - Leasecom - 3168 sm

 

Monohull Class 1 sm

 

1 - Bruno Reibel - Ville de Dinard – 3066 miles to finish sm

 

Monohull Class 2 sm

 

1 - Nick Moloney - Ashfield Healthcare – 2816 miles to finish sm

 

2 - Luc Coquelin - Florys - 2877 sm

 

3 - Roger Langevin - Branec III - 2926 sm

 

4 - Hervé Vachée - Mille Visages - 2932

5 - Clément Surtel - Laiterie St Malo - 2998 sm

 

6 - Bob Escoffier - Adecco Etoile Horizon - 3020 sm

 

7 - J. F. Durand - Défi Vendéen – 3511 sm

 

Monohull Class 3

 

1 - Regis Guillemot - Storagetek – 2839 miles to finish sm

 

2 - Etienne Svilarich - Grain de Soleil - 3010 sm

 

3 - Jérôme Thiriez - Passion Entreprendre - 3015 sm

 

5 - Alain Grinda - Fantasy - Forest - 3442 sm

 

 

Lesen Sie dazu:

 

75 Knoten – Tris in Not!

 

Route du Rhum: Bruch, Bruch, Bruch

 

Drama am ersten Tag

Route du Rhum

Transatlantik, dem Rum hinterher mit der Vorstellung der prominentesten Teilnehmer

Liste der Teilnehmer

Die website der Route du Rhum:

www.routedurhum.org in Französisch und Englisch.

 

Fakten der Route du Rhum

Läuft seit 1978 ( Teilnehmer damals unter anderem Mike Birch, der jetzt wieder dabei ist mit 71 Jahren !) alle vier Jahre. Sie geht über 3540 Seemeilen von St. Malo in Nordfrankreich nach Pointe a Pitre auf Guadeloupe (Karibik) und dauert zwischen 16 und 18 Tagen (die schnellen Tris sind in rund 13 Tagen dort). 2002 sind 59 Konkurrenten dabei, allein 17 berühmte Namen in der Open60-Klasse. Den Rekord bei den Einrumpfyachten hält seit 1994 (!) Yves Parlier auf Cacolac d'Aquitaine mit 15 Tagen 19 Std. und 23 Minuten.

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