Rolex Sydney Hobart Race: Vineta GER dabei

27. Dezember 2004 - Drei neue Maxis mit rund 100 Fuß Länge sind dabei, aber auch die deutsche Vineta – beim Start des Hochsee-Klassikers Rolex Sydney to Hobart Yacht Race. Es ist berühmt und berüchtigt vor allem für seine schweren Stürme, Das war schon immer so, seit Marineoffizier John Illingworth 1945 das erste 628 Seemeilen lange Rennen zur Hauptstadt Tasmaniens gewann, nachdem er 36 Stunden gegen einen Sturm ankämpfen musste. Und auch zum 60. Geburtstag dieses Klassikers, der am Zweiten Weihnachtstag im australischen Sydney gestartet wird, wurden wieder schwere Wetterbedingungen vorhergesagt. 117 Yachten, darunter die neue Marten 49 „Vineta“ des Hamburger Reeders Felix Scheder-Bieschin, wollen die Jubiläumsregatta gewinnen.

Start zum Sydney Hobart 2004 (Foto © Carlo Borlenghi / Rolex)

Die Starterliste liest sich wie ein Stelldichein der Hochseeveteranen. Vielehaben das Rennen über die Bass-Straße schon weit mehr als ein Dutzend Malabsolviert. Für Philipp Kadelbach, Crewmitglied an Bord der „Vineta“; wirdes die Premiere sein. Der Berliner ist ein erfahrener Jollensegler und sichder außergewöhnlichen Herausforderungen dieses Törns bewusst: „Die Gefahr,das Dinge, die in der Vergangenheit passiert sind, jederzeit wiederpassieren können, macht dieses Rennen so einzigartig.“ 1998 waren gab eszahlreiche Mastbrüche und Kenterungen, sechs Segler ertranken damals ineinem Orkan. „Deshalb ist unser oberstes Ziel, sicher in Hobart anzukommen“,meinte Kadelbach, „aber unsere zweite Erwartung ist eine starke Leistung.Das Boot ist brandneu, und wir sollten es schaffen, im ersten Viertel desFelds zu landen.“

 

Die deutsche Vineta ( Foto © Daniel Forster / Rolex )

Zu den Favoriten gehört Grant Wharingtons imposante Maxiyacht „Skandia“ aus Melbourne, die schon voriges Jahr schnellstes Schiff nach gesegelter Zeit

war. Sie darf nach einigen Wirren um ihre Vermessung, welche die

Vorbereitung empfindlich gestört haben, endgültig starten. Härteste

Konkurrentin um die Ehre des „First Ship Home“ dürfte die ebenso große

Maxiyacht der 30-Meter-Klasse werden, die Wharington 2003 knapp um 14

Minuten geschlagen hatte. Die Ex-„Zana“ von Stewart Thwaites aus Neuseeland heißt jetzt „Konica Minolta“.

 

Der Eigner hat aber nicht nur den Namen seiner Yacht gewechselt, sondern

auch den Kiel. Statt des starren Kiels hat das Schiff nun – genau wie die

„Skandia“ – einen Schwenkkiel, welcher das Geschwindigkeitspotential

nochmals erhöht. Diese Technologie ist en vogue. Auch der Schwede Ludde

Ingvall, 2000 Erster im Ziel, hat seiner neuen, 90 Fuß langen „Nicorette“

einen Schwenkkiel verpasst.

 

Es ist schwer zu sagen, ob das Rolex Sydney-Hobart ein Rennen oder ein

Abenteuer ist, denn es enthält Aspekte von beidem. Es zieht olympische

Segler, wie den dreimaligen 49er-Weltmeister Chris Nicholson auf dem

einheimischen Open 66 „AAPT“ genauso an, wie den britischen Abenteurer

Robert Swan. Der einzige Mensch, der bisher sowohl zum Nordpol als auch zum Südpol lief, benutzt auf seiner „The Active Factor“ Segel, die nach der

Regatta zu 600-ml-Colaflaschen, 13.000 sollen dabei herauskommen,

wiederverwertet werden sollen. Auch eine Pioniertat.

 

Es gibt also ganz unterschiedliche Gründe, am Rolex Sydney to Hobart Yacht

Race teilzunehmen. Indes hat jeder, der die Courage dazu hat, den Respekt

der gesamten Segelgemeinde verdient. 

 

Das Rennen wird am Sonntag, dem Zweiten Weihnachtstag um 13.10 Uhr Ortszeit (3.10 Uhr nachts deutscher Zeit) in Sydney Harbour gestartet.

 

Aktualisierte Positionsmeldungen auf der Website

www.rolexsydneyhobart.com

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