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Viel Wind bei der Nordseewoche vor Helgoland, hier die "amuse bouche" von Klaus Thomas Krüger vom ASC. (Foto © Nordseewoche.org) |
Es war wie aus dem Bilderbuch: Ein wilder Mix aus Sonne und Wolken, kräftige Winde und gute Partys machten die Nordseewoche
auch in ihrer 72. Ausgabe wieder zum großen Fest der Hochseesegler. Nach einem eher ruhigen Auftakt mit den Zubringerregatten am Sonnabend (3.
Juni), geriet der BHF-Bank Cup am Pfingstsonntag zu einem echten Hochsee-Rodeo. Bei bis zu acht Beaufort erlebten die teilnehmenden Crews
einen wilden Ritt rund um die Insel. Für die Zuschauer bot sich ein tolles Bild, als die Regattacrews mit der rauen See kämpften. Die Mannschaft um
Christian Plump aus Bremen ersegelte auf der „Hanseatic Lloyd“ den Sieg in der Königsklasse IMS 1 und der BHF-Bank-Cup für das erste Schiff im Ziel
ging an die nagelneue „Bank von Bremen“ unter Skipper Jochen Orgelmann. Nachdem die „Hanseatic Lloyd“ auch am Montag noch die Wettfahrt „Helgoländer Acht“ in der Gruppe IMS 1 für sich entscheiden konnte, war die Stimmung wieder bestens. Technische Probleme mit dem neu erworbenen Schiff, einer Evento 46 von Judel/Vrolijk hatten für Anlaufschwierigkeiten bei den Vorjahressiegern gesorgt. „Das war jetzt aber zum Abschluss noch mal ein tolles Rennen, die Bedingungen waren ideal, richtig schönes Helgoland-Wetter“, schwärmte Albert Schweizer, Taktiker der „Hanseatic
Lloyd“.
Eine ganz besondere Herausforderung wartet nun auf die Crew des 85-Fuß (26 Meter) Leichtbau-Racers „UCA“. Mit der Hightech Yacht von
Ex-Arbeitgeberpräsident Klaus Murmann will die 18-köpfige Crew den Rekord auf der 510 Seemeilen langen Strecke einstellen.
Vor sechs Jahren segelte Murmann mit seiner damaligen „UCA“, einer Baltic 67 in der in Bestzeit von 43 Stunden und 46 Minuten rund Skagen. „Unsere
Chancen den Rekord diesmal zu brechen stehen bei der momentanen Wettervorhersage nicht sehr gut. Der Wind wird irgendwann einbrechen. Beim
Pantaenius Rund Skagen 2004 war zwar auch nicht viel Wind und wir haben den Rekord nur um drei Minuten verpasst, aber da stimmte wenigstens die
Windrichtung“, so Jörn Bock, Skipper der „UCA“. Die angesagten Winde kommen aus Nordnordwest und drehen später im Kattegatt auf Südwest. „Es ist mit Windstärken zwischen zwei und vier Beaufort zu rechnen“, prophezeit Meteorologe Ralf Brauner.
Viel Einsatz war erforderlich um die J/V 53 „Bank von Bremen“, die auf der Wettfahrt Rund Helgoland durch einen Crash einige Schäden davontrug, noch
rechtzeitig zum Start der Langstrecken-Regatta Rund Skagen wieder fit zu machen. Aber am späten Nachmittag machte sich ein fast 70 Yachten starkes Feld dann auf den Weg um das dänische Kap zu runden. Die „UCA“ wird als schnellste Yacht bereits ab Mittwoch im Ziel erwartet. Bis Freitag soll die komplette Flotte Kiel erreicht haben.
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Harte Welle und viel Einsatz vor Helgoland ... (Foto © Nordseewoche.org) |
Die Wettfahrt Pantaenius Rund Skagen wird erstmals im Internet live zu verfolgen sein. Dank der Zusammenarbeit mit der Firma Webskipper werden
dreimal täglich die Positionsmeldungen der Yachten auf einer Karte ins World Wide Web stellt. „Dadurch wird das Rennen transparenter und spannender, für Segler und Zuschauer“, ist sich Harald Baum, Inhaber von Pantaenius
Yachtversicherungen (seit zwölf Jahren Hauptsponsor der Langstrecke), sicher. Er selbst segelt dabei auf seiner Swan 48 „Elan“ seinem ganz
persönlichen Jubiläum entgegen. „Es wird mein 25. Rund Skagen Rennen und ich freue mich über die große Beteiligung. Das Wetter wird wieder ruhiger, das Barometer kommt langsam hoch und ich hoffe wirklich auf eine schnellere Reise als 2004“, so Baum, der mit seiner „Elan“ bereits mehrfach die Regatta gewinnen konnte. Taktisch wird das Rennen vor allem wegen der Strömung interessant. „Unsere Bedingungen sind das nicht, wenig Wind und dann noch von vorne“, sagte Jens Nickel, der für die Langstrecke auf der „Sinfonie Sylt“ von Reinhold Riehl angeheuert hat. In den Vortagen war der Stader Segelmacher mit zwei Siegen und einem zweiten Platz auf seiner Grand Soleil „X Play“ erfolgreich. „Unser Schiff ist fast 22 Meter lang und wiegt 33 Tonnen“, fügt er hinzu.
Den Family Cruiser Cup der diesjährigen Nordseewoche hat sich die Crew der Nissen 31 „Tante Schmidt“ von Heiko Steppart reichlich verdient. Die Yacht
aus Husum segelte als Einzige der Wertungsgruppe alle drei Rennen zu Ende. Der Family Cruiser Cup wurde vor zwei Jahren ins Leben gerufen um auch Regatta-ungeübten Seglern eine Chance zu geben, an der Nordseewoche teilzunehmen. „Es war eine tolle Regatta. Wir hatten richtig viel Wind in diesem Jahr und die Wettfahrten waren anspruchsvoller als sonst. So wurde die Nordseewoche 2006 wieder zu einer echten Hochseeregatta-Veranstaltung und ich wünsche den
Pantaenius Rund Skagen Teilnehmern eine spannende Abschlusswettfahrt“, ergänzte Organisationsleiter Bernd Jörg.
Die Hamburger Bootsaustellung hanseboot, die bereits zum 11. Mal als Hauptsponsor die Nordseewoche unterstützte, zeigte viel Engagement und kam mit großem Team zum Zuschauen auf die Insel. „In diesem Jahr gibt es zwei wichtige Sportveranstaltungen: die Fußball-Weltmeisterschaft und die
Nordseewoche. Wir setzen Prioritäten und unterstützen lieber die Nordseewoche“, sagte Dietmar Aulich, Geschäftsführer der Hamburg Messe
während der hanseboot-Party am Sonnabend. Die Stimmung in der Nordseehalle war bombig auch die Sonntagnacht wurde für viele bei Livemusik und bester Stimmung länger als geplant. Wie immer war die Stimmung auf der Insel etwas ganz besonderes. Strahlende Gesichter waren nicht nur bei den Siegern zu sehen. „Das Rennen
am Sonntag war echt cool, vor allem als wir auf dem Downwind-Gang hinter der Düne über 16 Knoten gefahren sind“, begeisterte sich Katharina Wiesel (22) von der „Norddeutsche Vermögen Hamburg“. Die jüngste Crew im Rennen ist sich einig: „Die Nordseewoche bietet eine tolle Mischung aus Segeln und Party“.
Nicht zuletzt der nette Empfang der Crews nach den Zubringerregatten, trägt zur familiären Atmosphäre bei. Nach dem Zieleinlauf am Sonnabend erhalten
alle Segler noch auf See einen Schluck Mount Gay Rum zur Begrüßung.
Unglücklich erwischte es die Mannschaft der „Röde Orm“ unter Steuermann Arne Reichardt aus Norderstedt. Dem Team auf der GibSea 106 brach am Sonntag kurz nach dem Start der Mast. „Wir wissen nicht, wie das passieren konnte, innerhalb von wenigen Sekunden lag der Mast im Wasser“, beschrieb Co-Skipper Matthias Deeke die Situation. Und auch Heiko Päsler aus Cuxhaven, der am Sonnabend noch die Wettfahrt 2 in der Klasse IMS 2 gewinnen konnte, verlor den Mast seiner „Static Elektric, einer X36s in diesem stürmischen Rennen.
Am Montagnachmittag hieß es Abschied nehmen von der schönen sonnigen Hochseeinsel. Mit Rückregatten nach Bremerhaven und Cuxhaven, sowie dem Start zum Pantaenius Rund Skagen Wettfahrt verließ die Seglergemeinde Helgoland, bis es im kommenden Jahr wieder heißt Hochsee-Highlight auf Helgoland.
Alle Ergebnisse unter www.nordseewoche.org



