News für deutsche Sponsoren

05. Juni 2002 - Sie haben 100 Millionen schwedische Kronen (11,1 Millionen Euro) investiert – nach Berechnung des Konzerns "Assa Abloy", der die schwedische Mitfavoritin im Volvo-Ocean-Race "Assa Abloy" ins Rennen schickte, hat die Firma einen Werbewert von 40,5 Millionen US $ (38,7 Millionen Euro) erzielt, und das wurde nach dem Ende der ersten sechs von neun Etappen gemessen. Das ohne Sponsoren nichts läuft, dass aber die Sponsoren beim Segeln einen immensen Werbewert erzielen, zeigen die Beispiele aus Frankreich, England, dem Volvo-Ocean-Race – aber auch das Beispiel Audi, das etwa den gerade laufenden Audi- IMS Cup vor Punta Ala – Italien sponsert.

VolvooCean-racer als U-Boot: die "Assa Abloy" bei 25 Knoten Wind im Kanal (Foto © Thierry Martineez/ assa abloy team)

Anna Bernstein, Vize-Präsidentin für Unternehmenskommunikation der Firma, rechnete dies vor Journalisten auf einer Pressekonferenz Anfang Juni vor. In nur neun Monaten habe der Konzern, einer der größten Hersteller von Schlössern, Schließanlagen und Sicherheitssystemen, zudem die rund 25.000 Mitarbeiter integriert, wofür ansonsten drei bis vier Jahre nötig gewesen wären. Die Angestellten in 100 Firmen in 40 Ländern seien so durch Identifikation motiviert worden. Die Kosten für die effektive Werbe- und Motivationsstrategie hätten nur ein Prozent dessen betragen, was normalerweise in drei Jahren für Marketing und Verkauf ausgegeben werde.

 

Das Unternehmen lies die Effektivität seines Engagements durch "Sports Marketing Survey (SMS)" untersuchen, einen unabhängigen Dienstleister. In elf Ländern erreichte "Assa Abloy" nur in TV und Druck-Medien mehr als 636 Millionen Leser, mehr als 7000 Presse-Artikel erschienen in überregionaler und regionaler Presse, was für deutsche Sponsoren sicherlich sehr interessant ist. Und das eben nicht nur in Fachzeitschriften. Laut VOR-website haben allein die zweite Etappe 285 Millionen Menschen gesehen in Presse und fernsehen ...

 

Dabei wurde die Verbreitung durch das Internet gar nicht gerechnet ! Und allein die Volvo-Ocean-Race Website in englisch hat rund drei Millionen Leser – nicht Seitenaufrufe: Leser. Und manche Internetseite wird von mehr Menschen gelesen als gedruckte Zeitschriften !

 

In Deutschland besteht allerdings eine weit größere Zurückhaltung in Punkto Sponsoren als in Frankreich oder England. Manchmal kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass in unserem Ländle auf Dickschiffen nur Segeln soll, wer's auch bezahlen kann. Dabei hat die Aufmerksamkeit, die größere Regatten finden, ihre Spannung und ihr Abenteuer, durchaus Auswirkungen auf den Markt der Segler, die wie die meisten von uns Seglern mit 10-Meter-Yachten in der Freizeit skippern gehen ... und auf jene, die gerne segeln wollen! Den reinen Sport kann man natürlich auch suchen ...

Ein Beispiel für lohnendes Sponsor-Engagement ist das Beispiel Kingfisher : Der britishe, europaweit arbeitenede Einzelhandles-Konzern hat mehrere Millionen Pfund in Ellen MacArthurs Segelprojekte investiert – und die 25-jährige ist bekannt wie kaum einen andere in ganz Europa ...

Wenn allerdings Vereine ihre Pressearbeit als noch nicht mal notwendiges Übel betrachten, und Regattaergebnisse eine Woche später versenden, bringt das keine Medienrepräsentanz.

 

Lesen Sie dazu:

 

Volvo Ocean Race – alle Fotos und Berichte und das Archiv der vergangenen Etappen

 

 Seite drucken  |   Seite versenden