Mini Transat2005: Christian Kargl hat es geschafft

08. November 2005 - Christian Kargl, der 1. Österreicher beim Minitransat, schaffte das, was bis gestern kein Österreicher je versucht hatte: Er überquerte alleine im Rahmen einer Regatta bei seinem ersten Antreten den Atlantik mit einem Mini 650, und das mit insgesamt der 57. besten, jemals gesegelten Zeit in dieser Bootsklasse! Rund 3 Wochen war er alleine auf seinem nur 6,50 Meter langen Boot von La Rochelle/ FRA nach Bahia/BRA unterwegs. Materialschäden auf der 1. Etappe und gesundheitliche Probleme (Lebensmittelvergiftung) am Ende der 2. Etappe verhinderten ein besseres Ergebnis. Am Montag dem 31.10.2005 rutschte Christian Kargl 60 Seemeilen vor der brasilianischen Küste, bei dem Versuch einem Konkurrenten Verpflegung zu übergeben, sogar über Bord!

Christian Kargl, der 1. Österreicher beim Minitransat (grünes Boot) (Foto © www.segelwelt.at)

Glücklicherweise wurde er schnell geborgen und konnte somit das Rennen fortsetzen! Am 31.10 hat er sich mit einem 2. Schiff getroffen, dem das Essen ausgegangen ist. Leider verfehlte dieser die Verpflegungsdose und Christian musste umdrehen, um sie aus dem Wasser zu fischen. Dabei rutschte er über Bord. Doppeltes Pech: Beim dieser Unglück riss auch noch seine Life-Belt Leine und sein Boot steuerte ohne ihn weiter durch den Atlantik. Das ganze passierte 30 Meilen vor der brasilianischen Küste. Christian trieb zum Glück nicht all zu lange im offenen Meer nur mit der Verpflegungsdose herum, da dem anderen Skipper, Hugo Ramon, schnell auffiel, dass Christians Boot skipperlos war.

 

 

Christian Kargl: "Es war keine Regatta, es war eine Prüfung. Mit dem 57. Platz in der Gesamtwertung habe ich zwar mein Ziel völlig verfehlt, die Freude über eine erfolgreich bestandene Regatta überwiegt im Moment und lässt die Enttäuschung verblassen. Either you win the transat or you did it - waren die ersten aufmunternden Worte meiner englischen Segelfreunde und Welcome to Salvador my friend! - gemeinsam mit vielen Umarmungen und Tränen.

 

Eine kurze Auflistung der Ereignisse:

Fünf Tage Grippe ab Lanzarote.

Das Vorstag ist wieder gebrochen, diesmal oben beim Terminal im Mast.

Stop im Hafen von Mindelo auf der Kapverdischen Insel Sao Vincente.

Erfolglose Reparatur des Vorstags (es war kein passender Terminal verfügbar).

Ausfall des Batterie-Ladegerätes nach Mindelo - ich konnte zumindest noch meinen MP3 Player laden ;-)

Vier Tage Aufenthalt in den Doldrums mit Gewittern und Regen. Zum Vergleich - die Führenden Yachten verbrachten nur knapp einen Tag in der windlosen Zone um den Äquator.

Äquatorquerung und Taufe am 27.10.2005 08:20 UTC auf 030°18,4W.

Lebensmittelvergiftung in der Nacht von 30. auf 31.10.2005 und medizinische Assistenz vom Begleitschiff Notre Dame de Flot

Nächtliche unfreiwillige Schwimmrunde ohne Sicherheitsgurt 30 nm vor Brasilien. Hugo Ramon von Emotion Sailing Team fischte mich nach kurzer Zeit erfolgreich aus dem Wasser.

Ankunft in Salvador am 02.11.2005 nach 25 Tagen auf See und 4.837 gesegelten Meilen.

 

Genau Ankunftszeit: 02.11.2005 20:30 MEZ;

Dauer: 33 Tage, 13 Stunden, 17 Minuten und 38 Sekunden.

Durchschnittsgeschwindigkeit: 6,5 Knoten

 

Ergebnisliste: http://www.transat650.org/ppositions.cfm

Veranstaltungs Website: www.transat650.org

 

Kontakt Christian Kargl:

c.karglblubalu.com

(Andreas Hanakamp, www.segelwelt.at)

 

 

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