Gelungener Kieler-Woche-Auftakt mit 30 Wettfahrten

22. Juni 2010 - Der Start in die Kieler Woche lief in den olympischen und paralympischen Disziplinen ganz nach dem Geschmack der neu aufgestellten Segel-Nationalmannschaft vom Audi Sailing Team Germany. Denn am ersten Tag des Sailing-Worldcups (SWC) glänzten die deutschen Kadersegler mit Top-Resultaten, die für das Gesamt-Klassement der bis Mittwoch laufenden Serie zu Hoffnungen berechtigen.

Dickschiffe auf der Seebahn der Kieler Woche. (Foto © segel-bilder.de Kieler Woche)

Match Race: Hahlbrock-Crew im Hoffnungslauf – „Westwind“, „Hochwürden“ und „Sisqua“ führen bei der IDM der Seesegler
 
Wechselspiele am dritten Tag der Kieler Woche: Die instabilen Windverhältnisse machten es am Montag nötig, die schmalen Windfelder auf der Kieler Außenförde im steten Wechsel der Klassen zu nutzen. Doch alle Mühe nutzte wenig, denn in den olympischen Disziplinen gelang auch am Montag  nur ein spärliches Programm bei den 49ern, 2.4mR und im Match-Race. Immerhin bei den Jachten konnten alle Klassen segeln. Somit durfte Seebahn-Chef Eckhard von der Mosel neben einem Rennen für alle sechs Einheitsklassen auch die erste Wettfahrt für die Deutsche Seesegel-Meisterschaft in den drei Vermessungsklassen (ORC) verbuchen.

Unter großem Druck stand am dritten Tag der Olympia-Disziplinen die einzige deutsche Crew beim Match-Race der Damen. Nachdem Silke Hahlbrock (Hamburg) mit ihrer Mannschaft am Sonnabend und Sonntag die direkte Qualifikation für das Viertelfinale verpasst hatte, musste sie sich durch den Hoffnungslauf quälen. Zusätzliche Herausforderung für die Europameisterin des vergangenen Jahres: Sie musste mit ständig wechselnder Crew segeln. Am ersten Tag war ihre Schwester und Vorschoterin Maren Hahlbrock über Bord gegangen und hatte sich verkühlt, so dass am Sonntag Ex-Crewmitglied Marion Rommel einsprang. „Das hat auch tadellos geklappt. Marion hat sogar eine Windkante gut erkannt, die uns schließlich den Sieg zum Erreichen des Hoffnungslaufes gesichert hat", berichtete Silke Hahlbrock. Am Montag war Marion Rommel aber verhindert, daher übernahm  Maren Hahlbrock nach einem fiebrigen Tag Pause wieder die Position. Trotz dieser Wechselspiele schaffte das Team in drei Rennen des Hoffnungslaufes zwei Siege und wahrte sich damit die Chance, noch ins Viertelfinale einziehen zu können. „Wir sind mit unserer Performance eigentlich ganz zufrieden. Die Bedingungen sind allerdings etwas schwierig gewesen, und wir waren nicht immer ganz glücklich bei unseren Entscheidungen", so Steuerfrau Hahlbrock, die für die beiden verbleibenden zwei Rennen im Hoffnungslauf eine Kampfansage machte: „Wir lassen uns auf keine Rechenspiele ein und wollen beide Rennen gewinnen."


Paralympics-Sieger in der 2.4mR, Heiko Kröger aus Hamburg, hat sich in seiner Klasse inzwischen in eine beste Ausgangsposition geschoben, um seinen Titel vor Kiel noch verteidigen zu können. Als Gesamtzweiter hat er nach neun Rennen nur noch Megan Pascoe (Großbritannien) vor sich. „Damit bin ich sehr zufrieden, denn nach Qingdao haben die anderen Nationen ordentlich nachgelegt. Die Engländer und Holländer agieren fast schon profimäßig und bringen gleich zwei, drei Topsegler auf die Bahn", sagte Kröger, der selbst mit einem spartanischen Trainingsprogramm auskommen muss. Denn als Mitorganisator des Audi Sailing-Team-Germany hatte er vor der Kieler Woche noch bis in die Nacht diverse Aufgaben zu erledigen. „Das erklärt die kräftigen Augenringe", so Kröger.


Bei den deutschen 49ern halten derzeit nur die Vorjahressieger Lennart Briesenick-Pudenz/Morten Massmann (Flensburg) Kurs auf das Medaillenrennen. Mit einem 24. Rang und einem Tagessieg halten sie Platz zehn, während Julian Ramm/Oliver Lewin (Kiel) auf Platz 13 abrutschten. Ganz vorn liegt weiterhin der Brite Chris Draper.


Auf der Seebahn gelang für die Einheitsklassen in allen sechs Disziplinen ein Rennen. Nils Heyde (Kiel) bei den J80 und Michael Schulz (Gelting) bei den X99 sorgen hier für deutsche Führungen. In der stark besetzten Melges-Klasse ist Oliver Schwall (Hamburg) in der Rolle des ersten Verfolgers von Andrea Rachelli (Italien). „Die Einrichtung der eigenen Bahn für die Einheitsklassen war eine sehr gute Idee. Das Feld in der Melges ist sehr international, da sich einige Crews hier auf die WM in Tallinn vorbereiten", sagte Schwall, der in den kommenden Jahren noch mehr Vertreter seiner Klasse auf die Bahn bringen möchte.


Einen schwierigen Start hatten die Teilnehmer der deutschen Seesegel-Meisterschaft. Nachdem auf der angestammten Bahn Alpha gar kein Wind aufkam, wechselte die gesamte Flotte der 57 Boote einmal quer über die Förde und segelte auf einem schmalen Windfeld vor Wendtorf ein Rennen. Dort setzten sich die „Westwind" von Peter Süselbeck (Kiel) in der ORC I, die „Hochwürden" mit Philipp Rotermund (Hamburg) in der ORC II und die „Sisqua" von Armin Balser (Frankfurt) in der ORC III an die Spitze der Felder. Bei den großen Yachten (ORC I) liegt das neue Projekt „Veolia" von Torsten Bastiansen (Flensburg) auf Rang fünf. Die Crew trat unter verschärften Bedingungen an, segelte bis Sonntag noch bei der X35-EM in Holland und kam spät in der Nacht in Kiel an, um dort auf die IMX40 zu steigen. „Zum Glück war es am Morgen noch etwas flau, so konnten wir auf dem Boot noch etwas ausruhen. Das Rennen war nicht einfach. Es gab viele Verschiebungen. Mit Platz fünf haben wir für die Meisterschaft zumindest nichts kaputt gemacht. Das Ziel eines Podiumsplatzes bleibt damit möglich", sagte Bastiansen.


Die Segler werden sich wohl auch am Dienstag auf schwierige Bedingungen einstellen müssen, so dass Wettfahrtleiter Jobst Richter alle Register der Improvisationskunst ziehen muss, um die schmalen Windfelder nutzen zu können.
 
Ergebnisse Kieler Woche vom 21.6.2010
Bahn Alfa
Kiel Cup Alpha / IDM Seesegeln – Inshore (1):
ORC I: 1. Westwind (Peter Süselbeck) DZYC; 2. Silva Hispaniola (Peter Schmidt) FSC; 3. Audi A1 Team (Tim Kröger) NRV/RVE; 4. Transit-Express (Nils Springer) SVA; 5. Veolia (Torsten Bastiansen) FYC; 6. Beluga Sailing Team (Christian Plump) KYC/NRV/SK;
ORC II: 1. Hochwürden (Philipp Rotermund) RVE; 2. Hansen (Michael Mollmann) RDY; 3. Hoppetosse (Jörg Hiller) SYC; 4. CG Mer (Oliver Leu) SVH/SSCH; 5. BM-Yachting (Peter Beck Mikkelsen) SYC; 6. Miss X (Erich Meerbach) FYC;
ORC III/IV: 1. Sisqua (Armin Balser) SCN04; 2. Chinook (Johann Friedrichsen) FYC; 3. Froschkönig (Detlef Amlong) SVFrO; 4. Cala Ventinove (Uwe Wenzel) WSVA; 5. Flying Kangaroo (Arne Kraus) SVK; 6 Passion X (Dr. Andreas Wulfes) WVH/WSCG;
 
Bahn Foxtrott
Streamline (6): 1. Andreas Beckmann / Moritz Klussmann / Wolfgang Pollex (Lübeck) 1,2,1,(5),2,4,10; 2. Axel Mertens / Adrian Mertens / Carsten Fischer (Berlin) 1,1,(19),6,3,1,12; 3. Sven Rüggesiek / Konstantin Gänge / Fridolin Oelmüller (Berlin) 4,4,2,1,(5),2,13; 4. Philipp Kadelbach / Martin Fey / Sven Dr. Bode (Berlin) (19),3,3,8,1,5,20; 5. Hans Feil / Michael Seifarth / Hanns Christof Schwankner (Siegsdorf) 5,5,5,(19),4,6,25; 6. Tom Gross / Jonatan Ameln / Magnus Castenfors (SWE) 6,6,4,4,(11),8,28;

X99 (6): 1. Michael Schulz / Katharina Kamm / Gerd Klostermann / Robert Jatkowski / Anika Kruck / Christian Schulz (Bremerhaven) 2,(3),1,1,2,1,7; 2. Christian Soyka / Zino Soyka / Sören Petersen / Martin Lewin / Martin Großkopf / Peter Bolvig (Hohenlockstedt) 4,3,8(13),2,1,2,12,8; 3. Kim Koch Fogde / Claes Bohn-Villesen / Kristian Schaldemose / Christian Carlsen / Wulff Erik / Tonny Povlsen (DEN) 1,1,3,(6),5,3,13; 4. Jan-Hendrik Franzen / Tim Witt / Martin Witt / Nele-Marie Bock / Malte Franzen / Nils Franzen (Hamburg) 5,2,2,4,4,(9),17; 5. Martin Christiansen / Conrad Runne / Torsten Writh / Ullrich Tesch / Andreas Hengstmann / Henrike Rolf (Seevetal) 7,(13),4,3,3,4,21; 6. Andi Thomsen / Torsten Juhl / Fred Geschonk / Christian Klein / Jockel Schultz / Wiebke Lankuttis (Hamburg) 3,4,5,(12),10,7,29;

Melges 24 (6): 1. Andrea Racchelli / x / x / Massimiliano Ferrari / Alberto Verna / Gaudenzio Bonini (ITA) (3),2,1,1,1,1,6; 2. Oliver Schwall / x / May Brit Boy / Tim Krug / Torsten Martens / Arne Hopmann (Hamburg) 1,1,2,3,6,(8),13; 3. Kamil Kotek / x / Adam Zdenek / Libor Hosek / Jan Kuchar / Michal Kotek (CZE) 5,(7),5,5,3,2,20; 4. Guenter Tzeschlock / x / Anna Werr / Robert Nest / Martin Ritsche / Regina Tzeschlock (Eigeltingen) (12),8,3,7,2,5,25; 5. Christian Schäfer / x / Anne Pfister / Bo Maywald / Katja Müller / Eddy Eich (Mörlbach/Berg) 2,4,4,4,(17),15,29; 6. David Rowen / x / x / x / Philipp Gläser / Sebastian Ropohl (Hamburg) 6,3,8,6,10,(18),33;

CB 66 (6): 1. Niklas Stenum / x / Markus Wallentin / Janne Drotz (SWE) 2,2,2,1,(8),7,14; 2. Peter Warrer / Mikkel Kidmose / Jonas Warrer (DEN) 1,(18),1,2,10,2,16; 3. Tomas Skålén / x / Sven Larsson (SWE) (8),7,5,4,2,3,21; 4. Johannes Lind-Widestam / x / x / Jonas Kjellberg (SWE) (12),9,8,5,1,1,24; 5. Jesper Toft / Claus Bodilsen / Carsten Andersen (DEN) 5,5,7,(10),3,4,24; 6. Peter Forslund / Hakan Abenius / Johan Svedberg (SWE) 4,1,10,11,4,(13),30;

J80 (6): 1. Nils Heyde / Jan-Eike Adresen / Dirk Jahnke / Lukas Heyde (Laboe) 5,(6),1,1,3,1,11; 2. Martin Menzner / x / Frank Lichte / Carsten Hopp / Volker Breust (Stein) 2,1,(11),4,1,4,12; 3. Karsten Thode / x / Michael Juettner / Joerg Ueberlaender / Stefan Lukoschek (Heikendorf) 1,2,3,(9),4,5,15; 4. Christoph Rühr / Dennis Kirchner / Frank Rühr / Karin Rühr / Friederike Rühr (Rellingen) 3,5,2,6,(9),6,22; 5. Jürgen Waldheim / Thomas Jung / Dirk Wilke / Alfred Möckel / Lars Baumgürtel (Berlin) 8,4,(8),7,2,2,23; 6. Kim Løndal / Hans Henrik Brügmann / Peter  Lindum / Kim Løndal / Flemming Djernaes (DEN) (9),8,4,3,7,3,25;

Albin Express (6): 1. Søren Juel / Henrik Larsen / Carsten Hansen (DEN) 1,1,1,1,3,(6),7; 2. Morten Arndal / Dennis Petersen / Kristine Schultz (DEN) 2,2,4,(6),2,2,12; 3. Kim Lago Nørgaard / Steen Madsen / Morten Buhl (DEN) 5,4,2,(12),1,4,16; 4. Markus Neitzel / Leon Oertel / Oline Grossmann (Kleinmachnow) 4,3,7,5,(8),1,20; 5. Hans Christian Erbs / Rasmus Christensen / Carsten Erbs (DEN) 6,5,3,7,(7),5,26; 6. Andreas Pinnow / Kyra Heller / Frieder Neu (Kiel) 3,6,6,8,(10),7,30;
 
Bahn Hotel
49er (7): 1. Chris Draper / Peter Greenhalgh (GBR) 1,1,(12),3,2,11,2,20; 2. Emil Toft Nielsen / Simon Toft Nielsen (DEN) 7,(7),4,2,5,1,4,23; 3. John Pink / Rick Peacock (GBR) 6,2,3,1,(9),9,10,31; 4. Allan Norregaard / Peter Lang (DEN) 4,(7),6,5,1,10,5,31; 5. Yann Rocherieux / Morgan Lagraviere (FRA) 3,2,4,(15),4,12,6,31; 6. Jonas Lindberg / Niclas Düring (SWE) 7,5,3,(20),6,7,3,31;
 
Bahn India
2.4mR nach drei Wettfahrten (9): 1. Megan Pascoe (GBR) 2,2,5,2,7,(11),2,10,5,35; 2. Heiko Kröger (Timmerhorn) 1,3,9,(12),4,4,6,7,3,37; 3. Helena Lucas (GBR) (17),6,6,1,8,8,7,1,1,38; 4. Barend Kol (NED) (16),4,2,3,2,9,5,3,11,39; 5. Bjørnar Erikstad (NOR) 5,5,(11),6,10,5,1,6,7,45; 6. Jens Als Andersen (DEN) 6,8,3,4,6,12,4,11,(13),54;
 
 
Der Start in die Kieler Woche lief in den olympischen und paralympischen Disziplinen ganz nach dem Geschmack der neu aufgestellten Segel-Nationalmannschaft vom Audi Sailing Team Germany. Denn am ersten Tag des Sailing-Worldcups (SWC) glänzten die deutschen Kadersegler mit Top-Resultaten, die für das Gesamt-Klassement der bis Mittwoch laufenden Serie zu Hoffnungen berechtigen. Am Donnerstag halten dann die internationalen Klassen in Schilksee Einzug.

Kräftige Winde mit Spitzen um sechs Beaufort bescherten den 630 Crews auf den Dreieckskursen am Sonnabend einen kraftraubenden Einstieg in den SWC. Denn der oberste Wettfahrtleiter Jobst Richter gönnte den Aktiven am morgen zwar eine längere Ruhephase, verlegte den Start von 11 Uhr auf 12 Uhr, um das Einchecken der Teams in Ruhe abwickeln zu können, ließ dann aber das Feld der Segler lange auf dem Wasser, um für die kommenden Tage bereits ein gutes Wettfahrtpolster angelegt zu haben. Zwei Rennen absolvierten die Starboote, drei alle weiteren Klassen bis auf die 49er, die es sogar viermal ins Ziel schafften. „Es lief insgesamt sehr gut. Wegen der drehenden Winde mussten wir allerdings einige Bahnen zwischen den Wettfahrten umbauen. Und die Surfer kamen nach dem letzten Zieldurchgang in das Fahrwasser, so dass es ein paar Diskussionen mit der Wasserschutzpolizei gab", berichtete Richter, der für Sonntag etwas abflauende Winde erwartet.

Bei den 49er-Skiffs zeigten die Vorjahressieger Lennart Briesenick-Pudenz/Morten Massmann (Flensburg), dass ihr Worldcup-Sieg aus dem Vorjahr kein Zufall war. Mit Top-Resultaten in den vier Rennen rangieren sie auf Platz fünf in Schlagdistanz zu den Gesamtführenden John Pink/Rick Peacock (Großbritannien). Noch besser als Briesenick-Pudenz/Massmann sind aber die Kieler Julian Ramm/Oliver Lewin platziert, die mit einem Tagessieg auf Gesamtrang drei rangieren. „Es war schön, endlich mal wieder bei mehr Wind zu agieren. Zuletzt hatten wir eher schwächere Winde, aber rechtzeitig zur Kieler Woche wird das Wetter eben schlechter. Für uns ist es da sehr gut gelaufen", berichtete Lewin, der wie die Flensburger Crew den Zielwettkampf zur EM Anfang Juli in Gdynia/Polen gelegt hat. "Dort gilt es, einen Platz unter den Top-16 zu fahren, um das B-Kader-Kriterium zu erfüllen. Die Kieler Woche ist dafür eine gute Vorbereitung, denn aus den Top-20 der Weltrangliste fehlen nur vier oder fünf Teams", sagte Morten Massmann, der die Titelverteidigung zur Kieler Woche als Ziel formuliert: „Wenn man hier startet, will man auch gewinnen, sonst wäre man ja nicht dabei", so Massmann.


Bestens im Rennen liegen auch die deutschen Starboote. Diesmal führen allerdings nicht die frisch gekürten Europameister Johannes Polgar/Markus Koy (Hamburg) die deutsche Flotte an, sondern das Berliner Team Matthias Miller/Benedikt Wenk auf Rang zwei. Vor ihnen rangiert nur der zweimalige Olympiasieger Robert Scheidt mit Bruno Prada (Brasilien), der dreimal die Kieler Woche im Laser gewonnen hat und nun auf einen Erfolg im Star hofft. „Die Kieler Woche ist ein großartiges Ereignis, und hier zu gewinnen, ist immer schwer. Im Star bin ich zweimal knapp gescheitert. Es ist eben eine sehr harte Regatta auf hohem Niveau." Verfolger Matthias Miller ist bei seiner aktuellen Platzierung sehr zufrieden: „Wir mögen den starken Wind. Daher ist es für uns sehr gut gelaufen." Ausgepumpt war nach den beiden Rennen der derzeit drittplatzierte Johannes Polgar: „Das war nach den schwachen Winden bei der EM echt harte Arbeit." Ein Frühstart, nach dem sie noch einmal neu starten mussten, kostete dem Hamburger Team eine bessere Platzierung. Noch schlechter erging es Johannes Babendererde/Timo Jacobs (Lübeck/Kiel), die nach Rang zwei zum Auftakt das zweite Rennen aufgeben mussten, nachdem sie sich den Mast verbogen und den Vorliek-Strecker der Fock zerrissen hatten. „Das Boot war eine echte Baustelle", so Timo Jacobs.


Top in Form ist auch der Kieler Medizin-Student Simon Grotelüschen, der im Feld der Laser mit der Serie 1, 2, 5 auf Gesamtrang zwei hinter dem überragend agierenden Tom Slingsby (Australien) platziert ist. Für Grotelüschen, der gerade erst bei der EM auf Platz sieben gesegelt ist, eine Bestätigung der derzeit guten Form: „Ich habe das Studium im vergangenen Sommer unterbrochen, um mich konzentriert auf 2012 vorzubereiten. Im Winter haben wir hart trainiert. Bisher haben die guten Ergebnisse zwar etwas auf sich warten lassen, um so schöner, dass es jetzt zur EM geklappt und nun zur Kieler Woche so gut läuft." Der EM-Vierte Philipp Buhl (Sonthofen) rundete das bisher gute deutsche Laser-Ergebnis als Vierter ab.
Bei den paralympischen 2.4 mR liegt Titelverteidiger Heiko Kröger (Hamburg) als Dritter in Lauerstellung, mit zwei Tagessieger hat der Niederländer Thierry Schmitter hier den Bug vorn.


In den anderen Klassen müssen die Deutschen dagegen noch etwas nachlegen. Im Laser liegt Lisa Fasselt (Kiel) als beste Deutsche auf Rang vier, hier führt die Weißrussin Tatiana Drozdovskaya das Feld an.  Noch nicht richtig in Fahrt ist auch Surferin Moana Delle (Kiel): „Ich habe zweimal den Start verpatzt, musste einmal sogar einen Kringel drehen. Insgesamt muss ich nach längerer Wettkampfpause erst einmal wieder richtig ins Regattageschehen zurückkommen", so die Titelverteidigerin, die als Achte noch in den Top-Ten liegt. Die Führende Olga Maslivets (Ukraine) ist mit drei Siegen allerdings schon weit enteilt. Ähnlich sieht es bei den Surfmänner aus, wo der Spanier Ivan Pastor mit drei Siegen führt, während sich Toni Wilhelm (Kiel) mit Rang neun begnügen muss.
Nicht ganz den starken Auftakt konnte Jan Kurfeld (Wismar) im Finn fortsetzen. Nach einem Tagessieg rutschte er auf Gesamtrang neun ab. Hier führt Ivan Gaspic (Kroatien) das Feld an.


Erwartungsgemäß ganz vorn sind bei den 470er Mathew Belcher/Malcom Page (Australien) mit makelloser Serie; Morten Bogacki/Jens Steinborn (Düsseldorf) sind als Neunte beste Deutsche. Bei den Frauen haben dagegen die Deutschen Annina Wagner/Marlene Steinherr (Berlin) als Dritte und Kathrin Kadelbach/Friederike Belcher (Berlin) auf Rang vier die Spitze mit Sarah Ayton/Saskia Clark (Großbritannien) bestens im Blick.
Noch uneinheitlich ist das Bild im Match-Race der Damen, wo die einzige deutsche Crew um Silke Hahlbrock (Hamburg) in zwei Rennen einen Sieg und eine Niederlage eingefahren hat und damit für den weiteren Verlauf alles offen lässt.


Für die Sportdirektorin des Deutschen Segler-Verbandes (DSV), Nadine Stegenwalner (Hamburg), ist das ein hoffnungsvoller Auftakt. Aber nicht nur wegen der guten Resultate ihrer Schützlinge war sie zufrieden, sondern auch aufgrund des einheitlichen Outfits der Nationalmannschaft. Rechtzeitig zur Kieler Woche wurde das Team neu eingekleidet und die Boote frisch gebrandet. „Das sieht doch alles sehr gut aus", freute sich Stegenwalner.
 



Regattatermine der Kieler Woche 2010
19. - 23. Juni:  Olympische Klassen/ISAF Sailing World Cup
                       (470er, 49er, 2.4mR open, Damen Matchrace/Elliott 6m, Finn-Dinghy, Laser,
                        Laser radial W, Neil Pryde RS:X, Starboot)             
24. - 27. Juni:  Internationale Klassen
                        (29er, 420er, 505er,  Contender, Drachen, Europe, Flying Dutchman,
                        Folkeboot,  Formula 18, H-Boot, Hobie 16, J 24, OK-Jolle, Platu 25;
                        Kielzugvogel)
19. - 26. Juni:  Seebahn
19. - 20. Juni:   Welcome Race von Kiel nach Eckernförde und zurück (ORC-Club, ORCi)
19. - 23. Juni:   Kiel-Cup Foxtrott: (X-99, Streamline, Albin Express, J-80, Melges 24, CB 66)
21. - 23. Juni:   Kiel-Cup Alpha: ORC (ORCi) / IDM-Seesegeln (Inshore)
        23. Juni:   Kaiserpokal (Finalwettfahrt aller Kiel-Cup Gruppen)
24. - 25. Juni:   Silbernes Band, Langstrecke (ORCi, ORC-Club)
        26. Juni:   Senatspreis, Mittelstrecke (ORCi, ORC-Club)
 
Informationen unter www.kieler-woche.de

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