Daimler Chrysler North Atlantic Challenge: Die ersten Ergebnisse
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Die UCA komt nachts ins Ziel vor Cuxhaven (Foto © Michael Meyer/ www.dcnac.de) |
Berechnet kommt die „UCA“ auf 495,1 Stunden und ist damit auf Rang drei
bestes deutsches Boot im Zwischenklassement. Die 26 am Sonntag Abend
noch segelnden Booten hatten indes keine Chance mehr auf die vorderen
Plätze.
Glücklich, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, aber etwas
zerknirscht, weil er nicht direkt gegen die „Zaraffa“ segeln konnte, die
mit dem Hauptfeld von 57 der 63 Teilnehmer eine Woche frührer gestartet
war, ließ sich „UCA“-Eigner und Skipper Klaus Murmann feiern. „Meine
Mannschaft hat ganz hervorragende Arbeit geleistet“, so der 70-Jährige,
„leider hatten wir Pech mit dem Wetter und mussten lange Zeit hoch am
Wind fahren, statt unter Spi mit den Stürmen zu ziehen.“ Der Erfolg sei
dennoch auch ein Gewinn des deutschen Bootsbaus und der Designer. Die
„UCA“ war im Winter als größte jemals in Deutschland gebaute
Hichtech-Regattayacht aus Kohlefaser nach den Plänen von Fietje Judel
und Torsten Conradi des Bremerhavener Konstruktionsbüros Judel/Vrolijk
in Rekordzeit auf der Kieler Knierim-Werft entstanden.
Während seine 18-Köpfige Crew zunächst das „Holsten“-Bier köpfte, dass
Regattaveranstalter Norddeutscher Regatta Verein (NRV) allen
Ankömmlingen sofort an Bord reichte, gönnte sich Murmann noch auf dem
Steg in Cuxhaven ein Glas kühlen Weiswein zum Steak mit Pommes Frites
aus der Pappschachtel. „Zweimal bin ich aus der Koje gefallen, als der
Rumpf hart gegen die Wellen anbolzte“, berichtete der Skipper. Nach den
Prellungen habe er acht Tage nur auf einer Seite schlafen können.
Besonders in der letzten Nacht auf der Nordsee war es bei starken bis
stürmischen Nordwestwinden nochmals heftig zur Sache gegangen.
Mit 16 Knoten (fast 30 km/h) surfte die „UCA“ im Morgengrauen über die
Ziellinie. Insgesamt schaffte sie eine Durchschnittsgeschwindigkeit von
11,33 Knoten, mehr als doppelt so schnell, wie die langsamsten Yachten
des Felds, die am Sonntag Nachmittag noch mehr als 500 Seemeilen vor
Fair Isle lagen, der Wendemarke im Norden Großbritanniens. Die letzten
fünf, „Frisco “ (Kanada), „Isola Bella“ (Balve), „Brigantia“ (Lindau)
sowie „Salute“ und „Leon de Mar“ (beide aus Oldenburg) dürften die
öffentliche Preisverleihung am Freitag, dem 11. Juli, ab 15 Uhr im Race
Village auf der Kehrwiederspitze Hamburg wohl kaum noch schaffen. Auch
für die „Polaris“ aus Rostock, die „BO Glaswald“ aus Dresden und die
„Arcadia“ (Hamburg/Kiel) wird es langsam eng, noch etwas von der
Festwoche mitzubekommen, die bis Sonnabend auf dem Eventgelände gefeiert
wird.
„Wir werden den Nachzüglern dennoch einen gebührenden Empfang in unserem
Clubhaus bereiten“, versprach NRV-Präsident Gunter Persiehl, der am
Sonnabend an gleicher Stelle seinen 65. Geburtstag feierte. Aus dem
Feiern kamen auch die Crews der 27 bis Sonntag Abend ins Ziel gelaufenen
Yachten kaum noch heraus. Zehn Yachten hatten die Regatta aufgeben
müssen. Bereits seit Donnerstag hielt die Hochstimmung bei der „Zukunft
IV“ und dem Kieler Yacht-Club, deren „Kuh“ in der Gesamtwertung einen
dankbaren vierten Platz belegt. „Wir sind in Cuxhaven und Hamburg so
rauschend empfangen worden, dass sich die Ankunft in die unvergesslich
schönen Erlebnisse der Regatta einreiht“, so Skipper Ulli Münker.
Tränen der Freude vor allem des Wiedersehens mit den Liebsten gab es auf
den drei Yachten des Hamburgischen Vereins Seefahrt (HVS), zu dessen
100. Geburtstag die DCNAC veranstaltet wird. Die „World of TUI Hamburg“
war am Donnerstag das erste deutsche Schiff überhaupt im Ziel und musste
ein ohrenbetäubendes Hupkonzert von Typhonen über sich ergehen lassen.
„Ein atemberaubende Atmosphäre unter dem Applaus der vielen Fans“,
strahlte Skipper Björn Woge, der sein Schiff auf den letzten Metern
selbst über die Ziellinie steuerte. Am Freitag Nachmittag hatte die
sogenannte Baby-Crew der „Norddeutsche Vermögen Hamburg“ unter Skipper
Gero Brugmann den Hochseemarathon geschafft.
Die beste HVS-Crew saß jedoch auf dem Jubiläumsschiff, der kleineren
„Haspa Hamburg“. Sie liegt im zwischenzeitlichen Gesamtklassement auf
Rang acht und erlaubte sich beim gemeinsamen Einlaufen am Sonnabend
Vormittag in Hamburg, unter lautem Gejohle der großen „UCA“ den Weg in
den Citysporthafen abzuschneiden. „Wir hatten immer eine bombige
Stimmung an Bord und sind über unser gutes Abschneiden überglücklich“,
so Skipper Georg Christiansen. HVS-Präsident Felix Scheder-Bischien
ergänzte: „Schön, das die jungen Crews so erfolgreich sind. Denn das ist
ja unser Vereinszweck.“
Viel Lob erntete auch das Team der „King’s Legend“, die als
Mitarbeiterboot des Titelsponsors DaimlerChrysler mit einer
deutsch-amerikanischen Crew ins Rennen gegangen war. Die Swan 65 liegt
im Zwischenklassement auf einen hervorragenden neunten Platz. Skipper
Gijs van Liebergen aus den Niederlanden, der von den Strapazen der
Atlantiküberquerung gezeichnet schien, meinte: „Wir waren ja noch nie in
dieser Besetzung zusammen gesegelt. Die Crew ist vor dem Rennen komplett
neu zusammen gesetzt worden. Die Kenntnisse waren natürlich entsprechend
sehr unterschiedlich. Kaum einer hatte vorher Regattaerfahrung auf
Yachten. Aber die Crew ist hervorragend zusammen gewachsen.“
Während ihr Open 60 „Team 888“ wegen Reparaturarbeiten für die nächste
Regatta „Round Britain“ in Cuxhaven blieb, startete auch die
Sechsermannschaft gleich nach Hamburg durch. Currywürste schon eingangs
des Race Village waren die Renner bei der ausgemergelten Mannschaft.
„Wir mussten an Bord mit sechs Mann auf vier Quadratmetern auskommen“,
sagte Co-Skipper Johnny Malbon, „das war das härteste unterwegs.“ Die
ehemalige „Kingfisher“ wurde 2000 für Ellen MacArthur als Einhandboot
für die Vendee Globe-Regatta konzipiert, bei der die Engländerin
sensationell den zweiten Platz belegte. Das große Potential hat die
Yacht nun wieder durch einen zweiten Platz und als schnellstes
berechnetes Schiff des zweiten Starts der Großyachten auf der
DaimlerChrysler North Atlantic Challenge eindrucksvoll unterstrichen.
Zwischenklassement von Sonntag, 15 Uhr:
Name - - - Zieleinlauf/ETA - -
1 - ZARAFFA - - 28.6.03 09:17:28
2 - TEAM 888 - - 5.7.03 08:07:32
3 - UCA - - - 5.7.03 01:23:05
4 - ZUKUNFT IV - - 3.7.03 18:00:15
5 - DISCOVERER - - 3.7.03 18:30:35
6 - MAMELIE - - 5.7.03 16:07:03
7 - HASPA HAMBURG - 4.7.03 17:28:11
8 - ELAN - - - 6.7.03 16:33
9 - KING'S LEGEND - 5.7.03 07:48:12
10 - HAZE - - - 4.7.03 22:49:16
11 - VARUNA - - 4.7.03 10:31:55
12 - ISKAREEN - - 7.7.03 16:49
13 - JULIE MARIE - - 3.7.03 19:37:15
14 - P.V.SEESTERMÜHE - 7.7.03 22:53
15 - PETER V. DANZIG - 5.7.03 00:09:18
16 - WORLD OF TUI HH - 3.7.03 17:54:32
17 - HANSA - - - 3.7.03 18:20:15
18 - CHERI - - - 6.7.03 04:18:28
19 - ALBATROS - - 4.7.03 05:03:36
20 - SNOW LION - - 3.7.03 13:14:33
21 - BRINKMANN PA. - 5.7.03 20:24:38
22 - PAULA - - - 5.7.03 13:19:33
23 - VITA BELLA - - 3.7.03 18:06:54
24 - ZWERVER - - 7.7.03 18:00
25 - VOLKSFÜRSORGEII - 5.7.03 03:24:52
26 - NV HAMBURG - - 4.7.03 12:40:19
27 - TEMPEST - - 3.7.03 17:38:06
28 - ANNE BONNY - - 7.7.03 08:05
29 - TORTUGA - - 8.7.03 00:04
30 - WALROSS III - - 7.7.03 10:40
31 - TANASSA - - 4.7.03 22:01:31
32 - BANK V. BREMEN - 6.7.03 12:06:40
33 - SEA ROSE - - 6.7.03 13:36
34 - RAROTONGA - - 7.7.03 20:15
35 - GR.FREIHEIT - - 8.7.03 08:56
36 - AQUIS GRANUS - 10.7.03 09:08
37 - JOLLY CELESTE - 11.7.03 15:34
38 - GUNDEL.G. - - 9.7.03 18:30
39 - HEBE III - - 9.7.03 22:39
40 - TOM´s KAHN - - 10.7.03 07:41
41 - CHARISMA - - 10.7.03 08:30
42 - WINDROSE - - 8.7.03 21:29
43 - NANI - - - 10.7.03 10:01
44 - MAIDEN - - 8.7.03 02:45
45 - ASTA - - - 10.7.03 19:18
46 - ARCADIA - - 13.7.03 04:56
47 - POLARIS - - 12.7.03 14:06
48 - BO GLASWALD - 12.7.03 06:56
49 - FRISCO - - 15.7.03 01:42
50 - LEON DE MAR - - 14.7.03 22:05
51 - SALUTE - - 15.7.03 05:37
52 - BRIGANTIA - - 15.7.03 11:03
53 - ISOLA BELLA - - 13.7.03 18:49
ANNY aufgegeben
D`ACCORD aufgegeben
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