Americas Cup: BMW Oracle Beste - Deutsches Team auf Rang 11

17. Mai 2006 - Das United Internet Team Germany hat den Louis Vuitton Act 10 in Valencia auf Rang elf beendet. Im letzten Rennen dieser Qualifikationsrunde für den 32. America's Cup ist dem deutschen Team kein Sieg gegen das italienische Mascalzone Latino Capitalia Team gelungen. Nach zwei äußerst spannenden Rennen sicherte sich BMW ORACLE Racing heute vorzeitig den Gesamtsieg beim Valencia Louis Vuitton Act 10. Die so genannten "Big Four" Teams beendeten den heutigen Tag allesamt mit neun Punkten. Doch als das endgültige Ergebnis per Countback bestimmt wurde, war es das BMW ORACLE Racing Team, das den Gesamtsieg davon trug. Luna Rossa Challenge folgte auf Rang zwei, Emirates Team New Zealand holte den dritten Platz, während für die Schweizer Titelverteidiger Team Alinghi Rang vier blieb.

BMW Oracle Racing an der Tonne bei Act 10. (Foto © Gilles Martin-Raget)

Skipper Jesper Bank zeigte sich nach diesem Rennen gegen das italienische Mascalzone Latino Capitalia Team enttäuscht, lobte aber  dennoch die Leistung seiner Mannschaft: "Alles hat viel besser funktioniert als im vergangenen Jahr, das Team hat hervorragend gearbeitet. Es ist aber frustrierend, dass wir nicht mehr davon profitieren konnten."

 

Im Rennen gegen das Mascalzone Latino Capitalia Team hatte das deutsche Team wiederholt einen guten Start und ging mit einem Vorsprung von eineinhalb Bootslängen ins Rennen. Die Italiener holten diesen Vorsprung jedoch schnell auf und gingen in Führung. Dem deutschen Team gelang es dann nicht mehr, das Blatt noch einmal zu wenden.

 

Mit der Platzierung ist Jesper Bank nicht zufrieden, dennoch hat er auch positive Worte über Act 10: "Die Wetterbedingungen mit den leichten Winden waren sehr gut, auch für unser Boot. Mir hat gefallen, dass so viele Elemente bei uns besser funktionierten. Wir haben fast immer den Start so geschafft, wie wir ihn wollten, und auch auf der ersten Kreuz waren wir sehr stark." Für die Fleet Races in Act 11, die am Freitag beginnen, steckt Bank keine hohen Ziele, gibt sich aber kämpferisch: "Wir werden auf jeden Fall unser Bestes geben und hoffen, mehr zu erreichen als Platz elf."

 

Gewinner des Louis Vuitton Acts ist BMW Oracle Racing aus den USA mit neun Siegen, obwohl das Team am Folgetag noch sein ausgefallenes Matchrace gegen +39 Challenge nachholen muss. Dem United Internet Team Germany bleibt nach seinen Siegen gegen das Team Shosholoza aus Südafrika und das China Team Platz elf. Dafür werden ihm sowohl in der Jahreswertung für 2006 als auch in der Gesamtwertung des Louis Vuitton Cups zwei Punkte gutgeschrieben. Der Louis Vuitton Act 10 ist vorbei, doch den Seglern bleiben nur zwei Tage Pause: Am Freitag, 18. Mai, beginnt Act 11. Bis zum Sonntag werden dann in fünf Fleetraces an drei Tagen jeweils alle zwölf Teams gegeneinander an den Start gehen.

 

Damit eroberte BMW ORACLE Racing die Spitze des Klassements, obwohl die USA 87 ein Rennen weniger bestritten hat, als die anderen drei Top-Teams. Das letzte Rennen gegen die italienische +39 Challenge wird morgen gestartet, wobei das Resultat dieses Matches das Endergebnis der Regatta nicht mehr beeinflussen kann.

"Natürlich freuen wir alle uns sehr über diesen Erfolg", sagte CEO und Skipper Chris Dickson. "Egal wie das Rennen morgen endet, wir haben den Titel bereits im Countback gewonnen. Im vergangenen Jahr sind drei von vier Countbacks zu unseren Ungunsten ausgefallen, also haben wir noch etwas Nachholbedarf. Wir sind froh, dass es diesmal so ausgegangen ist."

 

"Auf das morgige Rennen gegen +39 freuen wir uns, denn in unseren Augen ist es wichtig für beide Teams, das komplette Regattaprogramm zu absolvieren", meinte Dickson. "Wir genießen alle Matches und möchten jede Gelegenheit wahrnehmen, ein Rennen zu bestreiten."

 

Der Neustart war notwendig geworden, als das erste Duell am Samstag abgebrochen werden musste. Der Wind war eingeschlafen, und keine Yacht hatte die dritte Bahn im vorgeschriebenen Zeitlimit beenden können.

 

Zum Abschluss von Act 10 gewann Alinghi den ersten Match gegen das schwedische Team Victory Challenge auf dem Nordkurs vor dem Strand von Malvarrosa. Alinghi fuhr von der linken Seite zum Vorstart, segelte zur rechten Seite und hatte einen sauberen Start auf der Luvseite von Victory, hatte mehr Speed und übernahm auch gleich die Kontrolle. Der Schweizer Titelverteidiger segelte rechts, kreuzte auf Hälfte der ersten Strecke vor Victory Challenge und baute den Vorsprung bis zur ersten Luvtonne auf 45 Sekunden aus. Der Vorwindkurs brachte keine Überraschungen: An der Leemarke betrug der Vorsprung schon 1:18 und wurde auf der Amwind-Strecke noch grösser (1:45 bei der oberen Marke), ehe Alinghi mit einer Führung von 2:33 die Ziellinie überquerte.

 

Alinghi unterliegt gegen Emirates Team New Zealand

 

Im zweiten Match des Tages hatte Alinghi gegen Emirates Team New Zealand weniger Erfolg. Die Neuseeländer segelten mit ihrem neuen Boot und lieferten Alinghi beim Vorstart einen harten Kampf. Alinghi kam von links, jagte Emirates Team New Zealand erfolgreich und übernahm die Kontrolle auf der Leeseite. Alinghi überquerte die Startlinie links und ETNZ rechts in einem so genannten Split-Tack-Start. Alinghi sicherte sich die erste Kreuz 38 Meter vor ETNZ, worauf die beiden Teams die Seite wechselten und Alinghi nach rechts segelte. Bei der ersten Luvtonne profitierte ETNZ von einem Windshift von links und ging mit 15 Sekunden Vorsprung auf die Vorwindstrecke. Beide begaben sich nach rechts, Alinghi war dem Widersacher stets auf den Fersen, halste weg, musste hinter ETNZ kreuzen und rundete die Leetonne 22 Sekunden achtern. Alinghi machte auf dem zweiten Teilstück auf der rechten Seite Terrain gut und rundete mit 17 Sekunden Rückstand, aber es sollte nicht mehr reichen. Emirates Team New Zealand überquerte die Ziellinie mit einem Vorsprung von 16 Sekunden.

 

Ed Baird, Steuermann für Act 10 kommentiert, welche Lehren Alinghi aus den drei Rennen gegen die New-Generation-Boote zieht: „In dieser Woche konnten wir viel lernen. Wir haben uns die neuen Boote genau angeschaut, und es ist interessant, dass keines der Teams einen Quantensprung gemacht hat. Unser Boot, das schon vier Jahre alt ist, kann durchaus mithalten und unser neues ist ja schon fast bereit – wir sind sehr gespannt, was wir mit dem neuen Boot erreichen können.“

 

Eine Einschätzung der Geschwindigkeit von SUI75 im Vergleich mit den neuen Booten: „In dieser Woche ging es vor allem darum, schnelle und harte Rennen zu fahren. Wir haben uns in einige schwierige Situationen manövriert und konnten uns nicht jedes Mal optimal daraus befreien. Aber was die Geschwindigkeit betrifft, sind wir immer noch ganz vorne mit dabei!“

 

Und zum Schluss von Act 10 einige Worte zur Situation der Challenger, zu den Top 3 und zu einigen anderen, die um einen Platz unter den Top 4 kämpfen: „Was wir in dieser Woche deutlich gesehen haben, ist dass die drei besten Herausforderer-Teams alle in etwa die gleiche Bootsgeschwindigkeit haben. Jetzt geht es darum, wer es schafft, das Letzte aus dem Material zu holen und natürlich auch darum, wer am besten segelt. Teams wie Shosholoza und die Spanier sind nahe an den Top 3 – es wird unter den Challengern also heiss zu und her gehen. Einerseits sehen wir das natürlich gerne, denn so werden sie ziemlich abgekämpft sein, wenn der Cup ansteht. Andererseits haben sie dadurch auch viel Rennpraxis, deshalb müssen wir schauen, dass auch wir viel Rennerfahrung sammeln können.“

 

Die Resultate:

“Valencia Louis Vuitton Act 10” - Flight 10

Luna Rossa ITA86 besiegt Emirates Team New Zealand (NZL84)

BMW ORACLE Racing (USA87) besiegt Desafío Español 2007 (ESP65)

Alinghi (SUI75) besiegt Victory Challenge (SWE63)

Mascalzone Latino - Capitalia Team (ITA77) besiegt Team Shosholoza (RSA83)

AREVA Challenge (FRA60) besiegt China Team (CHN79)

+39 Challenge (ITA59) besiegt United Internet Team Germany (GER72)

 

“Valencia Louis Vuitton Act 10” - Flight 11

BMW ORACLE Racing (USA87) besiegt Luna Rossa ITA86

Desafío Español 2007 (ESP65) besiegt Victory Challenge (SWE63)

Emirates Team New Zealand (NZL84) besiegt Alinghi (SUI75)

Team Shosholoza (RSA83) besiegt China Team (CHN79)

Mascalzone Latino - Capitalia Team (ITA77) besiegt United Internet Team Germany (GER72)

+39 Challenge (ITA59) besiegt AREVA Challenge (FRA60)

 

Valencia Louis Vuitton Act 10 Vorläufiges Ergebniss:

(Ranking - Team - Races won/Races run - Points)

 

1 - BMW Oracle Racing (USA87) - 9/10 - 9

2 - Luna Rossa Challenge (ITA86) - 9/11 - 9

3 - Emirates Team New Zealand (NZL84) - 9/11 - 9

4 - Alinghi (SUI75) - 9/11 - 9

5 - Desafío Español 2007 (ESP65) - 6/11 - 6

6 - Victory Challenge (SWE63) - 6/11 - 6

7 - Mascalzone Latino-Capitalia Team (ITA77) - 5/11 - 5

8 - Team Shosholoza (RSA83) - 4/11 - 4

9 - +39 Challenge (ITA59) - 3/10 - 3

10 - AREVA Challenge (FRA60) - 3/11 - 3

11 - United Internet Team Germany (GER72) - 2/11 - 2

12 - China Team (CHN79) - 0/11 – 0

 

 

Valencia Louis Vuitton Act 11 - Programm

 

Freitag, 19. Mai - 2 Flotten-Regatta

Samstag, 20. Mai - 2 Flotten-Regatta

Sonntag, 21. Mai - 1 Fllet Race    

 

Format und Punktsystem

Der Valencia Louis Vuitton Act 10 vom 11. bis 18. Mai besteht aus 66 Match-Rennen (jeder gegen jeden).  Der Sieger jedes Match bekommt einen Punkt. Gewinner ist das Team mit den meisten Punkten.

 

Valencia Louis Vuitton Act 11 vom 19. bis 21. Mai besteht aus 5 Fleet-Races. Der Sieger dieses Flotten-Rennens mit allen Booten erhält 12 Punkte, der Zweite 11 und so weiter.

 

Lesen Sie dazu auch:

Americas Cup

 

www.alinghi.com

www.bmworacleracing.com

www.United-Internet-Team-Germany.de

 

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