America's Cup: Röcke gelüftet

07. Januar 2003 - Vor dem entschiedenden Endlauf der Herausforderer haben die Konkurrenten Alinghi SUI und Oracle BMW USA ihre Unterwasserschiffe präsentiert. Die Vorhänge sind auch beim Team Newzealand runter und offenbaren auf den drei AC-Yachten unterschiedliche Kielformen und -anhänge. Einen hässlichen Klang in die AC-Ausscheidungen brachte die Nachricht, das Teammitglieder der Schweizer Alinghi mit Briefen bedroht wurden.

Stilecht mit Alphörnern wurde Alinghi SUI 64 präsentiert. (Foto © Thierry Martinez/ Alinghi Team)

Die neuseeländische Polizei untersucht die Bedrohungen gegen Mitglieder des Teams und sogar ihre Kinder. Team Executive Director Michel Bonnefous sagte, dass zwei Briefe von einer Gruppe "patriotischer Aktivisten" an Alinghi SUI geschickt wurden. Sie enthalten Details und Namen über die Segler und Mitarbeiter und ihre Familien und drohen an, dass gegen sie und die kleinen Kinder Gewalt ausgeübt werde. Die örtliche Polizei nimmt die Drohungen sehr ernst. Die Droh-Briefe wurden erst nach mehr als zwei Wochen durch das Team Alinghi bekannt. Die Polizei bestätigte auch, das bereits seit längerer Zeit Schweizer Team-Mitglieder in Restaurants nicht bedient wurden und Kinder in der Schule von anderen Kindern belästigt wurden. Die Polizei hat insgesamt 107 Polizisten in einer Gruppe, die sich speziell um das Dorf der America's Cupper kümmern. Die Drohungen seien allerdings für Neuseeland, eine sportliche Nation, außergewöhnlich, betonte der Polizeichef.

 

Die Boote sind bestimmt

 

Team Alinghi SUI wird mit dem bisherigen Boot SUI 64 in das Halbfinale starten, mit dem es bereits eindrucksvoll gegen Oracle BMW gewonnen hatte und im Halbfinale 4: 0 Oracle BMW schlug. Bei der Enthüllung der bisher geheimen Unterwasserschiffe zeigte sich, dass weder Alinghi SUI noch OracleBMW USA 76 – auch dies das bisherige Boot - eine der "Kiwi-Clip-ons" benutzen, eine Rumpfverlängerung im Heck (siehe unten). Allerdings haben die Amerikaner die Flügel des Kiels weiter achtern als die Schweizer, bei denen sie an dem in Tarnfarbe gestrichenen Kiel-Wulst mittig angebracht sind.

 

Aufregung hatte es auch wegen des Radars auf Oracle BMW 76 gegeben. Die BMW-Leute nutzen ein achtern angebrachtes Radar zur Verfolgung des Gegners, noch ist nicht ganz klar, ob das mit den AC-Regeln übereinstimmt. Der Verdacht wurde geäußert, dass dabei auch ein Laser-Entfernungsmesser zum Einsatz kommt.

 

Auch die Neuseeländer haben die beiden Yachten zur Cup-Verteidigung vorgestellt: NZL 81 und NZL 82. Sie haben eine längere, dünnere Kielwulst mit Flügeln in der Mitte. Die Besonderheit ist der Rumpf-Anhang, der "Kiwi Clip-On": Ein im Heck unter dem Rumpf angebrachte Hülle verändert die Anströmung des Rumpfes und verlängert die Wasserlinie.

Rumpfanhang NZL

 

Der Rumpfanhang der Kiwis (Foto ©: Louis Vuitton Cup Media)

Alinghi SUI 64 und Oracle BMW 76 werden am 11. Januar zum Finale der Herausforderer im Louis Vuitton Cup antreten. Die Matches laufen nach dem Best-of-nine-Modus, wer zuerst fünf Siege hat, geht in den America's Cup gegen Neuseeland.

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Website des Louis Vuitton Cup 2002:

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